Wenn das Herz sich öffnet,
sind wir zu Hause.
Wir können nirgendwo zu Hause sein,
wenn wir uns nicht selbst Zuflucht
und Heimat sein können,
wenn wir uns nicht entspannen,
in uns keine Ruhe finden können.
Wo unser Herz ist, fühlen wir uns zu Hause.
Deswegen sind wir endlich zu Hause angekommen,
sobald das Herz sich öffnet,
sobald sich ein Gefühl der Wertschätzung einstellt,
sobald wir dankbar zufrieden,
erleichtert und sorglos sind.
Wenn wir uns so fühlen,
sind wir überall auf diesem Erdball,
ja überall im ganzen Universum zu Hause.

Ayya Khema







Ich bin nicht ich.
Ich bin jener,
Der an meiner Seite geht, ohne dass ich ihn erblicke,
Den ich oft besuche,
Und den ich oft vergesse.
Jener, der ruhig schweigt, wenn ich spreche,
Der sanftmütig verzeiht, wenn ich hasse,
Der umherschweift, wo ich nicht bin,
Der aufrecht bleiben wird, wenn ich sterbe.

Juan Ramón Jiménez





Mondnacht

Es war, als hätt' der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis' die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff





Als ich mich selbst zu lieben begann

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich: das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mach e ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich: das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet.
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns und anderen zu fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN!

(Charlie CHAPLIN, 1959)




Für einen neuen Anfang

An entlegenen Orten deines Herzens
Auf die dein Denken nicht im Traum verfällt,
Hat dieser Anfang still Gestalt angenommen,
Bis du bereit warst, aus dir aufzusteigen.

Lange hat er dein Sehnen beobachtet.
Empfunden, dass die Leere in dir wuchs und wuchs.
Bemerkt, dass du hinaus ins Weite wolltest.
Und noch an dem hingst, dem du schon entwachsen.

Er sah dein Spiel mit der lockenden Gewohnheit,
Den grauen Einflüsterungen des Immer-ewig-Gleichen,
Hörte der Unrast Wogen rollen und erlahmen
Und fragte stumm: Wird Dein Leben stets so bleiben?

Und dann die Freude, als dein Mut entflammte
Und du beherzt Neuland betratest-
Die Augen wieder jung vor Energie und Traum,
Vor dir ein Pfad der Fülle, der sich auftat.

Und mag dein Ziel auch noch nicht klar sein-
Vertrau nur der Verheißung des Aufbruchs;
Entfalte dich in die Gnade des Beginnens,
Das einig ist mit deinem Lebenswunsch.

Erwecke deinen Geist zum Abenteuer;
Halt nichts zurück, lerne, mit der Gefahr zu tanzen;
Bald fühlst du dich in einem neuen Rhythmus heimisch,
Denn deine Seele ahnt die Welt, die dich erwartet.


aus: „Benedictus - Das Buch der irischen Segenswünsche“




Unsere tiefste Angst

Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind.
Unsere tiefste Angst ist, dass wir grenzenlose Macht in uns haben.

Es ist unser Licht und nicht unsere Dunkelheit, vor dem wir uns am meisten fürchten.
Wer bin ich schon, fragen wir uns, dass ich schön, talentiert und fabelhaft sein soll ?

Aber ich frage Dich, wer bist Du, es nicht zu sein ? Du bist ein Kind Gottes.
Dich kleiner zu machen, dient unserer Welt nicht.

Es ist nichts Erleuchtendes dabei, sich zurückzuziehen und zu schrumpfen,
damit andere Leute nicht unsicher werden, wenn sie in Deiner Nähe sind.

Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns ist, zu offenbaren.
Sie ist nicht nur in einigen von uns, sie ist in jedem von uns.

Wenn wir unser eigenes Licht strahlen lassen, geben wir unterbewusst
unseren Mitmenschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.


Nelson Mandela